VPN Test der Stiftung Warentest 2021: Deshalb bin ich nicht überzeugt

Die Sicherheit im Internet ist ein wichtiges Thema, mit dem wir jeden Tag konfrontiert werden. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest einen VPN Test durchgeführt. Ziel dabei war es, VPNs zu finden, die dich vor Hacker-Angriffen schützen können. 14 Dienste wurden dafür getestet.

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Nun bin ich mit dem Vorgehen aber nicht zufrieden. Das liegt daran, dass dir der Test nur sehr dünne Informationen liefert. Viele Bewertungen sind aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Welche Punkte mich stören und was ich in meinem VPN Test anders gemacht habe, erfährst du in diesem Artikel.

Kurz und knapp: Der VPN Test der Stiftung Warentest bezieht nicht alle notwendigen Kriterien mit ein

Die Stiftung Warentest hat 14 VPNs getestet und die Ergebnisse für die Leser zusammengefasst. Leider werden uns nur sehr dünne Informationen präsentiert. Wie einzelne Kategorien genau bewertet wurden, wird nicht erklärt. Zudem erhält der Leser zu den einzelnen VPNs nur sehr wenige Details.

Das finde ich schade, denn die Ergebnisse sind für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Die Bewertungen sind für mich eher verwirrend und basieren allem Anschein nach nur auf oberflächlichen Informationen. In meinem VPN Test hat ExpressVPN gewonnen: Ich habe mir das VPN detailliert angeschaut und mit rund 30 anderen VPN-Diensten verglichen. 

Worum geht es in dem VPN Test der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat sich aus einem guten Grund mit dem Thema VPNs beschäftigt: Unser Leben läuft immer stärker online ab. Umso wichtiger wird es, dass wir uns im Internet schützen.

Datenklau durch Hacker ist ein ernstes Thema, das immer mehr Menschen betrifft. Deshalb hat die Stiftung Warentest 2021 insgesamt 14 VPNs unter die Lupe genommen. Das Ergebnis kannst du gegen die Zahlung von 2 Euro kaufen.

Der Grundgedanke hinter dem Test ist also sehr gut. An der Umsetzung könnte man meines Erachtens aber noch arbeiten.

Welche Aspekte hätten besser gemacht werden müssen?

Der VPN Vergleich der Stiftung Warentest steht für mein Empfinden auf wackeligen Beinen. In so gut wie allen Kategorien geht der Test nicht genug in die Tiefe: Es wird nur an der Oberfläche gekratzt. Hintergrundwissen und Belege lassen in dem ganzen Stiftung Warentest VPN Test zu wünschen übrig.

Wenige Informationen

Tests sollten immer transparent sein und durch Quellen bestätigt werden. Gerade bei einem sensiblen Thema wie VPNs: Nutzer verlassen sich auf die Einschätzung der Stiftung Warentest, die in Deutschland einen guten Ruf genießt.

Umso überraschter war ich, als ich mir den VPN Test angeschaut habe: Er liefert nur sehr wenige Informationen. Es gibt zwar einen VPN Testsieger der Stiftung Warentest – hierzu fehlen mir aber weitere Details. Welches VPN ist das Beste für Streaming? Welcher Dienst hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Einige Nutzer suchen gezielt nach VPN Angeboten mit einer guten Leistung – dazu gibt es keine Angaben.

Hinzu kommt, dass auch die einzelnen Anbieter nur sehr oberflächlich vorgestellt werden. Zu jedem Dienst gibt es eine Tabelle, in die bestimmte Daten eingetragen wurden. Das geht mir aber nicht genug in die Tiefe. 

Indiana jones netflix kanada
Können die VPNs aus dem Stiftung Warentest Vergleich das Geoblocking von Netflix umgehen? Das wird nicht klar!

Es heißt beispielsweise, dass die Tester vom Ausland aus einen Streaming-Dienst aus Deutschland nutzen konnten. Um welchen Dienst handelt es sich dabei? ARD? ZDF? DAZN? Hier fehlen mir Hintergrundinformationen. 

Diese werden dem Leser leider auch nicht in Bezug auf den Datenschutz geliefert. Hier heißt es an vielen Stellen nur, dass es gravierende Mängel in der Datenschutzerklärung gibt. Auch hier interessiert es mich natürlich, was damit genau gemeint ist. Diese Antwort bleibt uns die Stiftung Warentest aber schuldig.

Geoblocking

Das Umgehen des Geoblockings ist für viele Nutzer einer der wichtigsten Einsatzzwecke eines VPNs. Die Stiftung Warentest hat aber nur drei Streaming-Dienste getestet: den BBC iPlayer, ESPN+ und HBO Max. Meiner Erfahrung nach sind für gut die Hälfte aller Nutzer auch Netflix und Amazon Prime Video entscheidende Streaming-Dienste.

Viele VPN-Fans suchen gezielt nach VPNs für Netflix. Nur leider geht aus dem Test nicht hervor, ob die 14 getesteten VPNs mit dem Streaming-Dienst funktionieren. Das gilt auch für weitere beliebte Dienste wie Peacock und Hulu. Dabei ist das wichtig zu wissen, denn viele Streaming-Dienste gehen mittlerweile stark gegen VPN-Betreiber vor und sperren IP-Adressen.

Infografik Warum blockt Netflix VPNs?

Das finde ich schade, denn viele Nutzer erhalten durch den Test einfach nicht die Informationen, die sie gesucht haben. Dafür dann auch noch Geld bezahlen zu müssen, ist sehr ärgerlich.

Datenschutz

Der Datenschutz ist bei VPNs ein sehr wichtiges Thema. Du leitest schließlich deinen gesamten Internetverkehr über das VPN um und solltest dem Anbieter also komplett vertrauen können. 

Screenshot VPN-Anbieter keine Logs
Bei fast jedem Anbieter findest du große Versprechen. Diese werden nach meiner Erfahrung aber oft nict eingehalten.

Obwohl dieser Aspekt so wichtig ist, liefert die Stiftung Warentest auch dazu nur sehr wenige Informationen. Was genau geprüft wurde und welche Punkte in die Bewertung mit eingeflossen sind, erfahren wir nicht.

Ich habe jedoch einige Dinge gefunden, die in dem Test komplett fehlen. Ich bin dabei von meiner eigenen Testreihe ausgegangen. Folgende Punkte wurden von der Stiftung Warentest nicht überprüft:

  • Open-Source oder Closed-Soruce
  • Bug Bounty Programm
  • Externe Audits
  • Tracker
  • Datenschutzgesetze des Landes
  • Anonyme Registrierung
  • DNS-Test
  • Torrent-IP-Test
  • WebRTC-Test
  • Protokolle
  • Vergangenheit der Firma

Ich finde, dass gerade bei so einem wichtigen Thema wie dem Datenschutz genauer hingeschaut werden sollte. Das gilt vor allem, da nicht alle VPN-Betreiber gut mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Im Rahmen meiner eigenen Tests bin ich auf einige schwarze Schafe gestoßen. 

Wer sich nicht genau auskennt, vertraut auf die Aussagen des Tests und trifft damit möglicherweise eine ungünstige Entscheidung. In meinem ExpressVPN Test stelle ich dir meinen Testsieger vor: ExpressVPN kann anonym bezahlt werden, hat alle meine Tests bestanden und wurde durch mehrere Audits überprüft. 

In Bezug auf den Datenschutz macht der Anbieter vieles richtig: Der Firmensitz ist beispielsweise auf den Britischen Jungferninseln, wo VPN-Betreiber nicht verpflichtet sind, Nutzerdaten zu speichern oder Informationen an die Regierung weiterzugeben. Hinzu kommt, dass keine Logs mit sensiblen Informationen gespeichert werden. 

Wieso ist der ungenaue Test ein Problem?

Der Test der Stiftung Warentest enthält nicht nur wenige Informationen, sondern ist auch nicht gerade transparent. Oftmals gibt es eine Bewertung, die nicht näher erklärt oder belegt wird. Das führt meiner Einschätzung nach zu einem verfälschten Bild.

Zum Beispiel haben ProtonVPN und CyberGhost dieselbe Punktzahl für den Datenschutz erhalten. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. ProtonVPN ist mein Testsieger, was die Privatsphäre und Sicherheit betrifft. Der Anbieter erfüllt alle Anforderungen und ist wirklich ein sehr guter Schutz für deine Online-Aktivitäten.

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In diesem Video erfährst du, in welchen Kategorien wir VPNs getestet haben.

Das Unternehmen hinter CyberGhost hat hingegen eine zwielichtige Vergangenheit. Auch, wenn es in jüngster Vergangenheit keine Skandale mehr gab, sollte dies berücksichtigt werden. CyberGhost ist darüber hinaus Closed-Sourced, sodass der Quellcode nicht eingesehen werden kann. In der App und auf der Website gibt es Tracker und es werden einige Daten von dir gespeichert.

Es ist mir also ein Rätsel, wieso diese Dienste dieselbe Bewertung in Bezug auf den Datenschutz haben. Suchst du ein VPN ohne Log oder ein anonymes VPN, könntest du als Leser also beide Anbieter in Betracht ziehen, obwohl ProtonVPN meiner Erfahrung nach deutlich besser geeignet ist, wenn du deine Privatsphäre schützen möchtest.

Ich bin in dem Test außerdem auch auf falsche Angaben gestoßen. Anscheinend hat man schlecht recherchiert, denn aus der Tabelle geht hervor, dass du ProtonVPN nicht anonym zahlen kannst. Ich kenne den Anbieter und weiß, dass man ihn anonym zahlen kann.

screenshot protonvpn anonym bezahlen
Wie du siehst kann man ProtonVPN sehr wohl anonym bezahlen, nämlich mit Bitcoin oder Bar.

Ich habe das nochmal überprüft: Du kannst ProtonVPN mit Bitcoin zahlen oder sogar Bargeld an das Unternehmen schicken. Ich finde es schade, dass die Informationen aus dem Test nicht verlässlich sind.

Denn an sich ist der Grundgedanke gut: Die Stiftung Warentest hat nämlich auch etwas Neues gemacht und die Datenschutzerklärungen von einem Anwalt prüfen lassen. Das finde ich super, denn die Einschätzung eines Experten bekommt man nur selten. Dass diese und viele weitere Angaben aber nicht genau belegt sind, wirft kein gutes Licht auf den gesamten Test.

Meine vier Favoriten: Detailliert getestet und für gut befunden

Anders als die Stiftung Warentest habe ich in meinem VPN Test bei den verschiedensten Anbietern ganz genau hingeschaut. Ich stelle dir nun kurz meine vier Favoriten vor.

Platz 1: ExpressVPN

ExpressVPN verschiedene Geräte

Günstigster Monats-Tarif: ca. 5,60€ (15 Monate)
Geld-zurück-Garantie: 30 Tage
PrivacyTutor-Angebot: 3 Monate kostenlos

ExpressVPN ist mein Testsieger. Der Anbieter steht in allen Kategorien sehr gut da: Die Geschwindigkeit ist super, das VPN eignet sich wunderbar für Streaming und schützt deine Privatsphäre. 

Es gibt viele praktische Funktionen, eine große Server-Auswahl und die Nutzung ist wirklich komfortabel. Damit ist ExpressVPN mein Gesamtsieger.

Platz 2: NordVPN

NordVPN Logo

Günstigster Monats-Tarif: 3,15€ (24 Monate)
Geld-zurück-Garantie: 30 Tage
Website: www.nordvpn.com

Auch NordVPN hat sich in meinem Test ziemlich gut geschlagen. Mir ist vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis aufgefallen. In dieser Kategorie ist NordVPN mein Sieger. Stiftung Warentest hat  NordVPN zum Gesamtsieger gewählt. Für mich ist ExpressVPN aber ein Stück weit besser. 

Für einen fairen Preis werden dir sehr viele praktische Funktionen geboten und du bekommst eine umfangreiche Server-Auswahl. Die Clients sind außerdem hübsch und übersichtlich.

Platz 3: CyberGhost

CyberGhost Logo

Günstigster Monats-Tarif: 2,00€ (39 Monate)
Geld-zurück-Garantie: 45 Tage
Website: www.cyberghostvpn.com

CyberGhost hat es ebenfalls in meine Top 3 geschafft. Der Dienst steht komplett auf Deutsch zur Verfügung – sowohl die Oberfläche als auch der Support. 

Zudem hat der Dienst viele Funktionen, steht für die verschiedensten Plattformen zur Verfügung und eignet sich für Streaming. Besonders die große Server-Auswahl fällt dabei positiv dabei.

Platz 4: ProtonVPN

Wenn es um die Privatsphäre und Sicherheit geht, gibt es für mich keinen besseren Dienst als ProtonVPN. Der Anbieter aus der Schweiz sammelt keinerlei persönliche Daten und kann anonym bezahlt werden.

Zudem werden moderne Protokolle verwendet. Du kannst das VPN für Streaming nutzen und profitierst von hilfreichen Funktionen.

Fazit: Die Stiftung Warentest sollte ihren Test nachbessern

Zugegeben bin ich ganz schön pingelig, wenn es um VPNs geht. Ich beschäftige mich fast täglich mit dem Thema und weiß deshalb, worauf es ankommt. Von daher bin ich auch kritisch, was den VPN Test der Stiftung Warentest betrifft.

Er liefert nur sehr wenige Informationen und viele Dinge werden nicht erklärt. Ich fände es gut, wenn die Tests mehr in die Tiefe gehen würden und man noch etwas besser recherchieren würde. Schau dir deshalb lieber meinen VPN Test an. 

Wie hat dir der Test der Stiftung Warentest gefallen? Bist du mit den Ergebnissen einverstanden? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deiner Meinung! 🙂

*Dieser Text enthält Provisions-Links. Mehr dazu erfährst du hier.
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