Was ist ein VPN und wie hilft er dir?

Immer wieder werde ich von Freunden und Familienangehörigen gefragt, wie anonymes surfen im Internet möglich ist. Also ohne, dass Facebook, Amazon oder Google nachvollziehen können, wer ich eigentlich bin und wo ich gerade am Computer sitze. Wozu das gut sein soll? Ganz einfach: Wenn Dienste, Seiten und Anbieter wissen wer du bist, bekommst du von vornherein Inhalte wie beispielsweise Werbung angezeigt, die genau auf dich zugeschnitten sind. Jeder Schritt, den du im Internet machst, wird aufgezeichnet und schließlich zu einem Nutzerprofil zusammengefasst. In diesem Artikel erfährst du, wie du ein VPN zu deinem Vorteil nutzen kannst. 

Was ist ein VPN?

VPN ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck “Virtual Private Network”, zu Deutsch “virtuelles privates Netzwerk”. Mit Hilfe einer speziellen Software baut dein PC, dein Laptop oder dein mobiles Gerät eine verschlüsselte Verbindung ins Internet auf. Auf diese Weise kannst du nicht nur deine eigene Identität im Netz verschleiern, sondern der Seite, welche du besuchst, vorgaukeln, dass dein Computer nicht in Deutschland, sondern in einem ganz anderen Land steht. 

Wie funktioniert der Verbindungsaufbau?

Normalerweise baust du die Verbindung ins Internet über deinen Provider auf. In den meisten Fällen geschieht dies über einen Router, beispielsweise einer Fritz Box. Dein Anbieter weist deinem Computer eine IP-Adresse zu, über die du im Internet eindeutig identifiziert werden kannst. Alle Seiten, welche du besuchst, wissen jetzt sehr viel über dich, zum Beispiel, von wo aus du dich ins Internet eingewählt hast. 

Wenn du eine VPN-Software benutzt, verbindest du dich stattdessen mit einer Gegenstelle, die deine IP-Adresse durch die des VPN-Servers ersetzt. Folgende Begriffe sind in diesem Zusammenhang wichtig:

  • VPN-Client: Das bist du beziehungsweise dein Computer
  • VPN-Software: Ein Programm, welches die Verbindung herstellt
  • VPN-Server: Die Gegenstelle, mit der sich dein PC verbindet

Die Verbindung zwischen dem Client und dem Server ist verschlüsselt und kann von außen nicht eingesehen werden. Wenn du jetzt eine Webseite, einen Dienst oder ein anderes Netzwerk nutzen möchtest, kommt die Anfrage nicht mehr von dir, sondern von dem VPN-Server. Somit sind deine Daten anonymisiert und nicht zurückzuverfolgen. 

Wie funktioniert ein VPN-Tunnel?

Die Verbindung, die zwischen deinem Computer und dem VPN-Server besteht, ist der sogenannte VPN-Tunnel. Der Ausdruck ist schlau gewählt. Stell dir einfach vor, du fährst mit deinem Auto durch den Elbtunnel in Hamburg. Über dir ist das Wasser, unter dir die Erde und neben dir die Tunnelwand. Von außen kann dich also niemand sehen. Der Anfang des Tunnels ist der Client, das Ende der Server. 

Die volle Anonymität bietet ein VPN-Tunnel allerdings nicht. Zwar kannst du damit deine Herkunft und deine Identität verschleiern, jedoch kann durch die Zahl und die Größe der Datenpakete ermittelt werden, um welche Arten von Daten es sich handelt. 

Für was kannst du ein VPN benutzen?

Ein VPN kann für unterschiedliche Dinge genutzt werden. Die wichtigste Sache ist, dass du deine Verbindung anonymisiert und so andere Webseiten und Dienste im Unklaren darüber lässt, wer du eigentlich bist. Eine weiterer wichtiger Aspekt ist das Umgehen des Geo-Blockings. 

Verbindung anonymisieren

Wer kennt es nicht: Du wählst dich ins Internet ein, um schnell etwas bei Amazon oder einem anderen großen Webshop nachzuschauen. Du hast noch nicht einmal einen Suchbegriff eingegeben, da werden dir bereits Angebote eingeblendet. Merkwürdig: Genau nach diesen Sachen hast du doch letztens auf einer anderen Webseite gesucht? Klar, der Webshop weiß anhand deiner IP-Adresse und andere Daten genau, dass du es bist. Selbst dann, wenn du dich nicht im Shop eingeloggt hast. 

Durch einen VPN-Tunnel kannst du diese Art von Werbung verhindern. Das gilt ebenso für soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Da die Gegenstelle nicht weiß, wer du bist oder von wo aus du mit der Seite kommunizierst, können die angezeigten Inhalte nicht gefiltert werden. Datensammlungen machen nun keinen Sinn mehr und du bist absolut anonym im Netz unterwegs. 

Geo-Blocking umgehen

Es war im Sommer 2018: Ich war mit meinen Freunden im Urlaub, wir hatten uns für einen Trip in die Türkei entschieden. In Russland fand gerade die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Fußballfans werden sich noch daran erinnern können, dass die deutsche Nationalmannschaft in der Gruppenphase keine gute Figur machte. Das dritte und entscheidende Spiel gegen Südkorea mussten die Jungs einfach gewinnen, ansonsten wäre der Traum von der Titelverteidigung geplatzt. 

Natürlich wollten wir uns das Spiel anschauen, also holte mein Kumpel Jens sein Tablet raus und öffnete die Sportschau App. Doch die Liveübertragung war gesperrt, denn der Stream wäre nur verfügbar, wenn wir von Deutschland aus schauen. Zum Glück wusste ich damals bereits, was ein VPN-Netzwerk ist. Also installierte ich die entsprechende Software und konnte der Sportschau so vorgaukeln, dass wir nicht in der Türkei, sondern in Frankfurt sind. Es funktionierte, der Fußballabend am Strand war gerettet. Im Nachhinein hätten wir uns das natürlich sparen können, denn die DFB-Auswahl verlor letztlich mit 0:2 und schied aus dem Turnier vorzeitig aus. 

Auf was solltest du bei der Wahl eines VPN-Anbieters achten?

Es gibt VPN-Software von vielen verschiedenen Anbietern. Die meisten gibt es in zwei Varianten:

  1. Eine kostenfreie Version mit eingeschränktem Datenvolumen
  2. Eine kostenpflichtige Version mit mehr oder unbeschränktem Datenvolumen

Eingeschränktes Datenvolumen heißt, dass du nur eine bestimmte Menge an Daten über die VPN-Verbindung in voller Geschwindigkeit nutzen kannst. Meistens reicht die kostenfreie Variante aus, wenn du nur im Netz surfst. Willst du aber Musik oder Videos über das VPN-Netzwerk streamen, wirst du schnell an die Datengrenze kommen. Achte also darauf, den für dich passenden Anbieter zu wählen.

Weitere Unterschiede gibt es bei den Punkten:

  • Monatlicher Preis
  • Was genau während der Verbindung vom Anbieter aufgezeichnet und protokolliert wird
  • Die Art und Weise der Zahlung
  • Die Verschlüsselungstechnik des Tunnels

Bis auf den Preis haben die übrigen Merkmale mit dem Grad der Anonymisierung zu tun. Es gibt Anbieter, die zeichnen gewisse Dinge während der Verbindung auf, andere löschen sämtliche Verbindungsdaten sofort. Die Art und Weise der Zahlung ist ebenfalls nicht ganz unwichtig. Bei den meisten Zahlungsmethoden musst du deine Identität preisgeben, bei einigen wenigen, wie zum Beispiel Bitcoin, bleibst du komplett anonym. Eine sehr gute Auflistung von VPN-Anbieter gibt es bei https://www.heise.de/download/specials/Anonym-surfen-mit-VPN-Die-besten-VPN-Anbieter-im-Vergleich-3798036

Fazit: VPN-Software gehört zur Grundausstattung

Es ist immer eine gute Idee, die Software eines VPN-Anbieters installiert zu haben. So kannst du bequem selbst entscheiden, ob du für spezielle Fälle anonym unterwegs sein willst, oder nicht. Da die meisten Anbieter einen kostenfreien Zugang im Angebot haben, gehst du keinerlei Risiko ein. Falls nötig, ist die Aktivierung eines kostenpflichtigen Account sehr schnell und unkompliziert erledigt. In Zeiten von Datenkraken wie google und Facebook wird das anonyme surfen immer wichtiger. 

Falls du Fragen oder Anmerkungen hast, zöger nicht und hinterlasse mir einen Kommentar.

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2 Kommentare zu „Was ist ein VPN und wie hilft er dir?“

  1. ein sehr Interessantes Thema und sehr Umfangreich. VPN auf dem Handy ? VPN in Firetv-Stick ?
    VPN auf dem PC ? Anleitungen gibt es viele. Auch neue Router unterstützen VPN.

    Vielleicht macht ihr mal ein Tutorial über das eine oder andere 😉

    1. Hey Hari,
      danke für dein Interesse! In Zukunft wollen wir uns auf jeden Fall etwas mehr mit VPNs beschäftigen und zum Beispiel auch solche Themen mit rein nehmen.
      Liebe Grüße
      Alex
      P.S.: Danke, dass du uns auf deiner Seite promotest!

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