VPN: Geschichte und Grundlagen

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VPN, kurz für Virtuelle Private Netzwerke, sind kleinere Netze im Internet, die zwischen all der offenen Architektur für etwas mehr Privatsphäre und Sicherheit sorgen sollen. In einer dreiteiligen Serie erklären wir euch, was das genau bedeuten und wie es funktionieren soll, was für Vorteile VPN haben und wo sie nachbessern müssen. In Teil 1 beginnen wir mit einer Geschichtsstunde und den Grundkenntnissen.

Die Geschichte des VPN

In den Zeiten vor dem weltweit vernetzten Internet gab es  diverse “kleine” private Netzwerke, die teilweise auch sehr groß werden und sich über ganze Länder verteilen konnten. An diesen waren aber nur Leute beteiligt, die sich alle gegenseitig vertraut haben (Damals gab es noch keine Viren oder SPAM), etwa Universitäten und das Militär. Und mit diesem Vertrauen im Kopf wurden irgendwann diese kleineren Netze alle verknüpft und ein gewaltiges Netzwerk erschaffen, das wir heute als Internet kennen.

Doch auch heute hätte man für bestimmte Zwecke wieder gerne diese kleinen Netzwerke, in denen sich alle gegenseitig vertrauen und in die die bösen Einflüsse aus der digitalen Welt nicht hineinkommen. Und genau hier kommen VPN ins Spiel. Sie werden als ein weiteres, rein digitales Netzwerk auf der Infrastruktur des Internets aufgesetzt, um diesen Zustand wiederherzustellen. So müssen keine eigenen Kabel im Boden vergraben werden. Jedoch ist das Internet nur dazu da, die elektrischen Signale zu übermitteln. Durch starke Verschlüsselung sehen nur die Teilnehmer in dem Virtuellen Privaten Netzwerk die Daten, für das restliche Internet ist es Buchstabensalat.

In dieser Funktion ist euch ein VPN vielleicht auch schon in eurem Alltag begegnet: Wenn ihr beispielsweise den Firmen-Laptop unterwegs benutzt, müsst ihr euch — anders als bei der Arbeit vor Ort — erst in das Intranet eurer Firma einloggen. Habt ihr das gemacht habt, ist es egal, ob ihr in einem Café , zu Hause oder im Büro sitzt, ihr könnt wie gewohnt arbeiten. Dafür müsst ihr nur einen etwas lästigen Login und etwas Wartezeit auf euch nehmen. Während ihr dann auf die sichere Verbindung wartet, verbindet sich euer Rechner im Hintergrund mit eurem Firmen-VPN, damit eure Daten (somit auch die der Firma) geschützt sind.

Die folgenden beiden Grafiken visualisieren euch diesen Schutz noch einmal:

Verbindung mit Firmenserver ohne VPN

So sieht die Verbindung zu euren Firmenservern (z.B. E-Mail-Server) aus, wenn ihr noch nicht auf den Verbinden-Button eurer VPN-Verbindung geklickt habt.

Wie ihr sehen könnt sind auf dem Weg zu eurem sicheren Firmennetzwerk viele Stellen, die ein Auge darauf werfen können, was ihr für Daten hin und her schickt. Eure Kommunikation ist in diesem Szenario nicht sicher.

Verbindung mit Firmenserver via VPN

Mit einem VPN ist der ganze Weg von eurem Rechner bis zum einzelnen Firmenserver abgesichert und ihr könnt auch in gefährlichen Umfeldern (z.B. öffentliche Cafés) sicher arbeiten.

Was eine Firma kann, könnt ihr auch!

Aber nicht nur in Firmen sind VPN nützlich, auch privat gibt es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Ihr könnt euch damit mit Freunden verbinden und sicher Daten und Informationen austauschen. Oder von unterwegs eine Verbindung zu eurem Heimnetzwerk aufbauen, um z.B. aus der U-Bahn schon einmal ein paar Sachen auf eurem Drucker zu Hause drucken. Ganz allgemein könnt ihr über ein VPN alle Funktionen nutzen, die euch auch zur Verfügung stehen würden, wenn ihr zu Hause direkt an euer Netzwerk angeschlossen wärt.

Solltet ihr eine FRITZ!Box als Router haben, könnt ihr diese als VPN-Server benutzen. Oder ihr bastelt euch einen OpenVPN-Server mit Hilfe eines Raspberry Pi (PiVPN).

– Eure Datenschutzhelden

Quellen:

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